Nezařazené

Wie wir mit unserer Wollverarbeitung begonnen haben

Ich muss zugeben, dass es mir früher im Traum nicht einfallen wäre, dass wir einmal eigene Schafe haben und deren Wolle verarbeiten würden. Aber wie man schon immer gesagt hat, der Mensch denkt, Gott lenkt, und so sind an einem schönen Sommertag drei Schafe bei uns im Garten eingezogen. (Dies war eine große Überraschung unseres Opas, die wir bis zuletzt nicht erwartet hatten. Aber wie es dazu kam, ist wieder eine andere Geschichte…) Und diese Schafe waren der erste Schritt zur späteren Wollenverarbeitung (ist ja logisch, weil es schwer ist, die Wolle ohne Wolle  zu bearbeiten…).

Aber, selbst wenn man eigene Schafe hat, ist es nicht selbstverständlich, die eigene Wolle zu verarbeiten. Es besteht auch die Möglichkeit, die geschorene Wolle zu verkaufen. Darüber haben wir am Anfang auch ein bisschen nachgedacht, aber der Aufkaufpreis würde nicht mal ein Viertel der Transportkosten decken, also haben wir diese Möglichkeit wieder verworfen. Die zweite Möglichkeit war, die Wolle wegzuwerfen, aber da bei uns die Mehrheit aller Sachen nicht weggeworfen werden (sie könnten nämlich später doch noch nützlich sein), war auch diese Möglichkeit ausgeschlossen…So haben wir die Wolle in Säcken gestopft, um später entscheiden zu können, was wir mit ihr machen…

…Na, und hier ist vielleicht der richtige Zeitpunkt, eine Eigenschaft vorstellen, die ich wahrscheinlich von meiner Mutter geerbt habe – wenn wir etwas Schönes sehen, das durch eine Technik hergestellt wird, die wir noch nicht beherrschen, müssen wir es einfach versuchen 😀 Und so haben wir uns auch hierbei entschieden, die Säcke voll Wolle in einen Pulli umzuwandeln…na, gut, also am Anfang versuchen wir zuerst irgendwelche Deckchen oder Kissen herzustellen…

Wir haben gewusst, dass die Wolle zuerst gewaschen werden muss. Aber, wie sollen wir es am besten angehen? Wir können sie nicht einfach in eine Waschmaschine schmeißen…Und so ist die Wolle noch ein Zeitchen in den Säcken geblieben…Dann haben wir aber eine Chance wahrgenommen – in einer Stadt nicht weit von uns hat ein Fest der Schafe stattgefunden. Also haben wir uns entschieden, uns von den Meistern beraten zu lassen. Und es hat sich ausgezahlt…

Wir haben erfahren, dass Wollewaschen gar nicht so schwer ist; es genügt einfach die Wolle in viel Wasser einzutauchen und über Nacht (oder über Tag, einfach lange genug) einweichen zu lassen. Dann wird die Wolle ausgewrungen und wieder in frischem Wasser eingeweicht. So fährt man fort, bis das verwendete Einweichwasser ganz sauber bleibt. Und so haben wir im Sommer, als wir genug Regenwasser hatten, abends Wolle eingeweicht und ausgewrungen, die wir dann in der Sonne getrocknet haben. Es war schon ziemlich viel Wasser…aber keine Sorge, wir haben es nicht einfach ausgegossen, sondern haben das schmutzige Wasser als natürliche Düngemittel genutzt.

Ein weiterer Schritt war das Wolle-Kämmen; dazu haben wir solche spezielle Bürsten gekauft, die ein wirres Wollknäuel in eine schöne glatte Wolle verwandeln, mit der man bereits weiter arbeiten kann. Ehrlich gesagt, das Kämmen an sich ist gar kein Problem, da es ziemlich schnell geht. Ein größeres Problem stellt das Entfernen von verschiedensten Verunreinigungen dar. Unsere Schafe gehören nämlich nicht zu den Rassen, die vor allem für Wolle geeignet wären. Eigentlich sind sie ziemliche Schmutzfinken, deshalb findet man auch noch nach dem Waschen immer noch verschiedene Heu-, Stroh-  oder Getreidestücke… Deswegen hoffen wir immer noch, dass wir irgendwann ein stubenreineres Schaf finden 😀

Nun, da wir die Wolle jetzt ganz sauber und ausgekämmt vor uns haben, können wir anfangen, sie zu spinnen. Leider hatten wir aber zu Hause kein Spinnrad und ein neues wollten wir deshalb nicht kaufen, weil wir nicht wussten, ob es uns überhaupt Spaß machen würde. Aber auch das haben wir einfach gelöst. Unsere Mutti hat angefangen, auf einer Hochwirtel-Spindel zu spinnen. Und nach ein paar erfolglosen Versuchen ist unser erstes eigenes Wollknäuel entstanden.

…Und was haben wir dann aus diesem Knäulchen gemacht? Ich denke, dass daraus ein Kissen wurde. Und aus den weiteren hat uns Mutti eine Decke als Überzug für unsere Schaukel gestrickt. Aber es ist nicht so wichtig, was genau aus dem ersten Knäulchen entstanden ist. Für uns ist es wichtiger, dass wir etwas aus unserer eigenen Wolle gemacht haben, und noch mehr, es hat uns Spaß gemacht. Also jetzt entdecken wir neue Techniken und versuchen uns immer zu verbessern…Und vielleicht schaffen wir es irgendwann auch einen Pulli oder Socken zu stricken 🙂

Zanechat odpověď

Vyplňte detaily níže nebo klikněte na ikonu pro přihlášení:

Logo WordPress.com

Komentujete pomocí vašeho WordPress.com účtu. Odhlásit /  Změnit )

Google photo

Komentujete pomocí vašeho Google účtu. Odhlásit /  Změnit )

Twitter picture

Komentujete pomocí vašeho Twitter účtu. Odhlásit /  Změnit )

Facebook photo

Komentujete pomocí vašeho Facebook účtu. Odhlásit /  Změnit )

Připojování k %s